BANDCOACHING

 

Was ist wichtiger? Die Musik? Oder das ganze „drum und dran“? Sicherlich die Musik. Irgendwann kommt ein Musiker- oder eine Band an den Punkt, an dem die Frage aufkommt, wie man die eigene Persönlichkeit auf der Bühne in die Show einfliessen lassen kann. Es steht schliesslich niemand auf statische Shows. Dabei ist es ganz egal, ob es um Hip-Hop, Schlager, Pop oder Rock n’Roll geht. Man nennt das „Attitude“

 

Ich unterschiede zwischen Mick Jagger und Keith Richards. Der eine ist Entertainer. Spielt eine Rolle auf der Bühne. Wie Alice Cooper. Auf der Bühne ist Show. Vor- und nach der Show ist privat. Der Busfahrer fährt ja schliesslich auch nicht in Uniform mit seinem Bus zum Dinner! Oder eben Keith Richards. Es gibt nur den einen Keith. Er ist privat genau so wie auf der Bühne. Er spielt keine Rolle. Authentisch Keith.

Es ist keine Frage, was besser ist. Beides muss jedoch ehrlich sein. Man muss sich vorher gut überlegt haben, was für die eigene Persönlichkeit stimmt. Es ist nicht einmal nötig, dass sich die Bandmitglieder darin einig sind. Die Stones sind das beste Beispiel dafür. Charlie und Mick sind Entertainer, Keith und Ronnie sind authentische Charaktere.

Wir helfen Musikern auf der Suche nach ihrer Identität- nach ihrer Persönlichkeit innerhalb des Bandgefüges oder als Solokünstler. Viele Musiker haben sich darüber noch nie wirklich Gedanken gemacht. Wenn es Zeit ist, aus dem Übungsraum auf die Bühnen dieser Welt zu treten, dann ist es jedoch wichtig, sich um die eigene Attitude Gedanken zu machen.

Einstudierte Choreografie – oder einfach nur spontane Showeinlagen? Auch das gehört zur Attitude.  Wir machen uns gemeinsam mit den Musikern Gedanken darüber, was am besten zu ihnen passt. Es soll auf der einen Seite natürlich wirken. Andererseits sollte sich der Act mit einer eigenen Charakteristik von der Konkurrenz abheben. Mauerblümchen gewinnen keine Anerkennung.

Bandcoaching für Quantum. Eine Metallband am Anfang der Karriere

Quantum Coaching: 19.März 2021

Die Gespräche mit den einzelnen Musikern haben schon beinahe vollzählig stattgefunden. Als erste Essenz liegt nun auf dem Tisch, auf welche Art sich die einzelnen Individuen zu einer Einheit auf der Bühne zusammenfinden wollen. Da spielt vor allem die eigene Vorstellung hinein. Wieviel ist jeder einzelne Musiker bereit, von sich preis zu geben. Wieviel von der eigenen Identität findet sich in jedem Einzelnen? Welche Stilmittel wollen die Bandmates nutzen, um ihr Individuum im Bandgefüge zu repräsentieren? Wer fühlt sich eher in der Rolle der Rampensau wohl, wer sieht sich eher unterstützend im Hintergrund und wieviel Anteil an den Aktivitäten auf der Bühne braucht jemand, um sich wohlzufühlen? Bei diesen Themen muss jeder Einzelne absolut ehrlich zu sich selbst- und gegenüber seinen Bandkollegen sein. Attitude kann man nicht einfach alle paar Monate wieder neu definieren. Die Persönlichkeit, das Image, die Ausstrahlung sollen sich wie ein roter Faden durch die Existenz einer Band ziehen. Daher ist es sinnvoll, sich schon vor dem ersten Fotoshooting darüber bewusst zu sein, wie man optisch auf sein Publikum wirken will. Für einen Metallgitarristen ist es vielleicht unpassend, wenn er für das Albumcover im Hawaii Hemd posiert. Gewisse Stilmittel gehören untrennbar zu bestimmten Musikstilen. Als Metallhead unterliegt man nicht besonders vielen stilistischen Grenzen. Rosa Shirts gehören aber möglicherweise nicht dazu. Zu guter Letzt: Alles muss absolut natürlich daherkommen. Wenn sich nur ein Einziger für die Attitude anstrengen muss, wird es auf Dauer für alle Beteiligten mühsam.

REFERENZEN